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Alt 10.08.2013, 21:54
Silvers Rayleigh Silvers Rayleigh ist offline
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Märchen

Rotkäppchen für Chemiker

Für das aus der Reaktion eines unbekannten Chemikers mit seinem weiblichen
Reaktionspartner, der im folgenden kurz mit dem Trivialnamen Mutter be-
zeichnet wird, hervorgegangene Produkt hat sich in der internationalen No-
menklatur der Name 'Rotkäppchen' allmählich durchgesetzt, das das seinen
Kopf bedeckende Kunstfasergewebe mit dem roten Phenazinfarbstoff Safranin
gefäbt war. Aus einer Veröffentlichung in Carnevalistica Chimica Acta 11,11
entnahm die Mutter, daß der weibliche Reaktionspartner der Reaktion, bei
der sie ihrerseits gebildet worden war - im folgenden mit Großmutter be-
zeichnet - einem Angriff von Stoffwechselprodukten von Bakterien ausgesetzt
war. Die Großmutter reagierte exotherm, was an einer negativen Reaktions-
wärme zu erkennen war, die von ihrer Oberfläche an die sie umgebende Gas-
phase abgegeben wurde. Zur Erhöhung ihrer Aktivierungsenergie hatte sich
die Großmutter auf einem sonst zu Reacrationszwecken des menschlichen Kör-
pers dienenden Gestell ausgebreitet. Die Mutter entnahm ihrer Chemikalien-
sammlung einige Flaschen mit Reagenzien , die geeignet waren, die schäd-
lichen bakteriellen Stoffwechselprodukte nebst ihren Präparatoren aus der
Großmutterlauge auszufällen. Die Reagenzien verpackte sie bruchsicher in
einem mit Holzwolle ausgekleidetem Traggestell und beauftragte Rotkäppchen,
dieses zur Großmutter zu befördern, es ermahnend, nicht das durch silika-
tische Gesteinsstücke befestigte Wegesystem zu verlassen.

Durch Anthocyaninfarbstoffe enthaltende Blütenblätter ließ es sich doch in
die Cellulose-Lignin-Chlorophylll-Vorräte links und rechts der Wege locken.
Dort begegnete es einem entlaufenen Versuchstier des physiologisch-chemi-
schen Institutes namens Wolf. Dieses prüfte eingehend die Reagenzien und
erkundigte sich nach ihrem Verwendungszweck. Der Wolf, der nach einer Sub-
stanz suchte, um in seiner Verdauungsapparatur einen neuen Ansatz fahren zu
können, kam auf den Gedanken, dazu Großmutterfleisch als geeignetes Sub-
strat zu verwenden. Er legte rasch den Weg zur Großmutter zurück. Da das
Tier annahm, daß Großmutterfleisch leicht oxydierbar sei, legte es auf
schnelles Arbeiten wert und verwendete nicht wie bei früheren Reaktions-
ansätzen die von ihm entwickelte Fleischzerkleinerungsapparatur, die nach
ihrem Erfinder auch Fleischwolf genannt wird, sondern zwängte die Großmut-
ter in einem Stück in seinen Weithalskolben. Da sich der angreifenden Säure
jetzt nur eine geringe Oberfläche bot, war die Reaktionsgeschwindigkeit na-
türlich sehr niedrig, und der Wolf legte sich auf ein von vier Stativen ge-
haltenes Liegegestell. Um Wärmeverluste an die Umgebung zu vermeiden, iso-
lierte er sich mit Kleidung und Federbett der Großmutter. Das Rotkäppchen,
das bald eintraf, identifizierte den Wolf infolge zu oberflächlicher Ana-
lysemethoden als Großmutter. Es begann vorsichtig, den aliquoten Teil einer
mitgeführten Reagenzlösung in den vermeintlichen Großmutterhals einzupipet-
tieren. Der Wolf, der wegen der Reaktionshemmung in seinem Magen dringend
einen Katalysator benötigte, glaubte diesen unter den Reagenzien zu erken-
nen und füllte sie alle in sich hinein, einschließlich Rotkäppchen und der
ganzen Flasche Barbitursäurederivat, das der Großmutter eigentlich als
Schlafmittel hätte dienen sollen.

Zur Erklärung dieses experimentellen Fehlers sei bemerkt, daß er mit saube-
rem präparativen Arbeiten nicht vertraut war. Die danach zu erwartende Wir-
kung trat schnell ein. Der aufsichtsführende Chemiker, der vom Institut
über das Entlaufen des Versuchstiers informiert worden war, fand den Wolf
in diesem Zustand vor. Durch starkes Stoßen in der Bauchapparatur wurde er
auf eine vorschriftswidrige Beschickung aufmerksam. Er öffnete die Appara-
tur und konnte Großmutter und Rotkäppchen ziemlich intakt entnehmen.

Sie waren kaum angeätzt. Den Wolf, dessen Aussenwände durch das starke
Stoßen schon Sprünge aufwiesen, zertrümmerte er vollständig und warf ihn
auf den Abfallplatz. Die beiden isolierten Substanzen wurden durch die
plötzliche Lichteinstrahlung in einen angeregten Zustand versetzt. Die
schüssige Energie wurde in Form von Translations-, Rotations- und Oszilla-
tionsbewegungen abgegeben. Der Vorfall wurde in einer Zuschrift an die He-
rausgeber von Grimms Annalen der Chemie veröffentlicht.
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  #2  
Alt 13.08.2013, 19:09
Silvers Rayleigh Silvers Rayleigh ist offline
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Heutige Geschichte heißt Rotkäppchen auf Amtsdeutsch.

Im Kinderfall unserer Stadtgemeinde ist eine hierorts wohnhafte, noch unbeschulte Minderjährige aktenkundig, welche durch ihre unübliche Kopfbekleidung gewohnheitsrechtlich Rotkäppchen genannt zu werden pflegt.

Der Mutter besagter R. wurde seitens ihrer Mutter ein Schreiben zustellig gemacht, in welchem dieselbe Mitteilung ihrer Krankheit und Pflegebedürftigkeit machte, der Großmutter eine Sendung von Nahrungsmittel und Genußmittel zu Genesungszwecken zuzustellen. Vor ihrer Inmarschsetzung wurde die R. seitens ihrer Mutter über das Verbot betreffs Verlassen der Waldwege auf Kreisebene belehrt.

Dieselbe machte sich infolge Nichtbeachtung dieser Vorschrift straffällig und begegnete beim Übertreten des amtlichen Blumenpflückverbotes einem polizeilich nicht gemeldeten Wolf ohne festen Wohnsitz. Dieser verlangte in gesetzwidriger Amtsanmaßung Einsicht in das zu Transportzwecken von Konsumgütern dienende Korbbehältnis und traf in Tötungsabsicht die Feststellung, daß die R. zu ihrer verschwägerten und verwandten, im Baumbestand angemieteten Großmutter eilend war.

Da wolfseits Verknappung auf dem Ernährungssektor vorherrschend war, faßte er den Entschluß, bei der Großmutter der R. unter Vorlage falscher Papiere vorsprachig zu werden. Weil dieselbe wegen Augenleidens krank geschrieben war, gelang dem in Freßvorbereitung befindlichen Untier die diesfallsige Täuschungsabsicht, worauf es unter Verschlingung der Bettlägerigen einen strafbaren Mundraub zur Durchführung brachte. Ferner täuschte das Tier bei der später eintreffenden R. seine Indentität mit der Großmutter vor, stellte ersterer nach und in der Folge durch Zweitverschlingung der R. seinen Tötungsvorsatz unter Beweis.

Der sich auf einem Dienstgang befindliche und im Forstwesen zuständige Waldbeamte B. vernahm Schnarchgeräusche und stellt deren Urheberschaft seitens des Tiermaules fest. Er reichte bei seiner vorgesetzten Dienststelle ein Tötungsgesuch ein, das dortseits zuschlägig beschieden und pro Schuß bezuschußt wurde. Nach Beschaffung einer Pulverschießvorrichtung zu Jagdzwecken gab er in wahrgenommener Einflußnahme auf das Raubwesen einen Schuß ab. Dieser wurde in Fortführung der Raubtiervernichtungsaktion auf Kreisebene nach Empfangnahme des Geschosses ablebig.

Die gespreizte Beinhaltung des Totgutes weckte in dem Schußgeber die Vermutung, daß der Leichnam Menschenmaterial beinhalte. Zwecks diesbezüglicher Feststellung öffnete er unter Zuhilfenahme eines Messers den Kadaver zur Totvermarktung und stieß hierbei auf die noch lebhafte R. nebst beigehefteter Großmutter.

Durch die unverhoffte Wiederbelebung bemächtigte sich beiden Personen ein gesteigertes, amtlich nicht zulässiges Lebensgefühl, dem sie durch groben Unfug, öffentliches Ärgernis erregenden Lärm und Nichtbeachtung anderer Polizeiverordungen Ausdruck verliehen, was ihre Haftpflichtigmachung zur Folge hatte. Der Vorfall wurde von den kulturschaffenden Gebrüder Grimm zu Protokoll genommen und starkbekinderten Familien in Märchenform zustellig gemacht.

Wenn die Beteiligten nicht durch Hinschied abgegangen und in Fortfall gekommen sind, sind dieselben derzeitig noch lebhaft.
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